Externe Vermögensverwaltung / Bankpflichten

Hat der Kapitalanleger mit seiner Vermögensverwaltung nicht die Bank, sondern einen externen Vermögensverwalter (auch: Unabhängiger Vermögensverwalter [UVV], freier, selbständiger Vermögensverwalter oder External Asset Manager [EAM] bzw. Independant Asset Manager [IAM]) beauftragt, stellt sich die Frage, ob die Bank des Kapitalanlagekunden eine Aufklärungspflicht bzw. eine Warnpflicht trifft. Nachfolgend werden stichwortartig, sofern und soweit möglich, die Erläuterungen wiedergegeben:

Aufklärungspflicht:

  • Grundsatz
    • Bank trifft keine allgemeine Aufklärungspflicht
  • Ausnahmen
    • bei (seltener) Aufforderung durch den Kapitalanlage-Kunden
      • Beachtung Pflichten aus BEHG 11
      • Loyalitätskonflikt Bank – UVV bzw. Bank – Kunde
      • Abgrenzungsproblematik zu den (möglicherweise nicht wahrgenommenen) Warnpflichten der Bank
    • Einzelfall-Beurteilung notwendig

Warnpflicht nach Treu und Glauben

  • Offensichtlich Fälle: Ja, wie
    • Spekulative Titel
    • Illiquide Titel
    • Churning
  • Kunde mit Dauer-Kontakt
  • Einzelfall-Beurteilung notwendig

Weiterführende Informationen

» Lehman-Brothers: Anlageberatung sowie Emittenten und Bonitätsrisiko

Aufklärungspflichten der Bank in der Rechtsprechung:
» BGE 133 III 97, Erw. 7.1/ S. 102
» BGE 119 II 333, Erw. 5a/S. 335

Warnpflichten der Bank in der Rechtsprechung:
» BGE 133 III 97, Erw. 7.1/ S. 102

» Churning / Twisting / Overtrading

» Retrozession: Rechtsverhältnis Kunde – Bank

Drucken / Weiterempfehlen: